Mein schöner Guerilla Gardening I

Von Menschen und Bienen

                                                                                     Berlin, 16.August 2020

Neulich hatte ich Besuch: mein Vater war da. Traurig bemerkte er, wie es immer weniger Bienen und Schmetterlinge gibt. Sogar in seiner Kleingartenkolonie.

Dazu muss man wissen: Er ist leidenschaftlicher Laubenpieper, der Letzte seiner Art. Er kennt alle Blattläuse mit Namen und jagt Schnecken bei strömendem Regen, um ihn jählings den Garaus zu machen, mit der Hand, die eine Gartenschere bedient. Er nimmt es also mit den Fressfeinden persönlich auf. Jedenfalls zur Zeit seiner vielen Erdbeeren.

Höchstpersönlich war ich dabei, mit ihm Pferdedung aus einem der wenigen Ställe im alten ummauerten Westberlin in sein Hochbeet zu transportieren. Hektoliter am damals heißbegehrten Torfmull verbesserten den Boden – wie natürlich auch Kompost und Laubsäcke von anderen Mitkämpfern.

Von den vielen Experimenten will ich nur schildern: Regenwasser und verschiedene Beifügungen sollen den Pflanzen beim Wachsen helfen. So die graue Theorie. In der Praxis dann Brenneselfelder überall, naja.

Und er hatte Recht: ich bin ein großer Freund hängender Geranien. Von meinem Hochparterre sind es gut drei Meter Luftlinie bis zum Boden des Innenhofes. So ganz habe ich es in rankender Weise nicht geschafft, trotz gewaltiger Dopingversuche mit Flüssigdünger. Eine Augenweide waren sie immer: ein einziges zweifarbiges Blütenmeer.

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Aber Bienen und Schmetterlinge? Vollkommen Fehlanzeige!

Mein Vater hatte Recht! Wie kann man sich wünschen, Gottes schöne Schöpfung zu bewahren, wenn die kleinen Insekten buchstäblich verhungern müssen – und so die einzigen Lebewesen aussterben, die für die Vermehrung von blühenden Pflanzen bitternotwendig sind?

  1. Ein Anfang: Katzenminze, Strauchbasilikum und Lavendel

Mein Lieblingsbaumarkt heißt ‚Obi‘: die einzige Firma in Deutschland, bei der ich bisher nie einen Fehlkauf hat; allein der Modellgips ist einzigartig (z.B. für den Modellbau oder um Mottennester zu verspachteln…).

Ich hatte erst im Internet ein bisschen geschaut. Dann dachte ich: die Bienen sollen auswählen!

Ja, bei ‚Obi‘ gibt eine schöne Freifläche. Und die Bienen sind gleich dort, wo es ihnen am besten gefällt.

Nur konnte ich nicht alles kaufen: die Geranienkästen nehmen fast den ganzen Platz weg und dulden neben sich nur kleine Töpfe.

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Der Lavendeltopf war der kleinste, vielleicht noch zu jung? Jedenfalls enttäuschend!

Katzenminze und Strauchbasilikum duften herrlich und locken Bienen und besonders Hummeln an.

Wie toll ist das denn? Kaiserwetter mit blauem Himmel, Fenster weit offen und dann noch so ein Brummen, wie ein Laster, dem man das Horn zugeklebt hat – besser geht es nicht!

  1. Wie weiter? Oleander, Stockrosen und ein Geheimnis

Mein uralter Oleander ist schon umgetopft, weil jetzt mehr Platz ist. Und Stockrosen (Malven) liebe ich – Samen habe ich mal hier und mal da geräubert.

Dann kommt noch Dieses und Jenes hinzu. Ein Schmetterlingsbaum von ‚Obi‘: ganz klar.

Und ein Geheimtipp vielleicht noch dazu: direkt an der Birkbuschstraße im Bereich meiner Wohnungsgenossenschaft gibt es alten Weinstock, der nur teilweise entfernt wurde. Ob es mir gelingt, Wein zu ernten?

  1. Voll ökologisch korrekt – aber warum Guerilla Gardening?

Nun ja, Terrakotta ist ein bisschen schwerer als Blumenkästen sind. Und brauchen eine gewisse Sicherung – durch die Hauswand.

Löcher in der Nase bohren geschieht auf eigene Gefahr, in eigenen Häusern ebenfalls. Das Bohren der Hauswände nicht innen, sondern außen ist unter Umständen so eine Sache. Schädigung des Mauerwerkes z.B. Und damit Sachbeschädigung.

Aber wer wird böse sein, gelle?

Wer eine Anleitung für das Basteln so einer kleinen Plattform für Blumentöpfe will: melden!

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