Warum ich meinem Hausarzt vertraute
Berlin, 30.Mai 2021
- Vorbemerkung
Ende März, genauer am 25.3.2021, bekam ich die erste Impfung von AstraZeneca, nämlich im Impfzentrum Flughafen Tempelhof.
Es war ein Donnerstag. Vier Tage später, ein Montag, gab es ein großes Geschrei: Thrombosen bei Frauen. Ganz schlimm auf einmal für alle unter 60. Auch für die Männer. Natürlich für alle: warum nicht für alle?
Wir erinnern uns: Ursprünglich war AstraZeneca ganz schlimm für alle über 60 Jahre.[1] Nun, die Zeiten ändern sich. Ob oben oder unten, über 60 oder unter 60 – schnurz Banane!
Klar war nur, dass meine Zweitimpfung mit AstraZeneca nicht einfach würde.
- Offizielle Impf-Hotline Berlin
Nachdem ich versucht hatte, über das Doctolib-Kontaktformular eine Antwort auf die einfache Frage zu bekommen, ob der Termin für die Zweitimpfung am 17.6.2021 steht und ich gar keine Antwort bekam, rief ich die offizielle Impfhotline des Berliner Senates an.
Am 18.5.2021 gegen 13 Uhr 30 bekam ich die offizielle Antwort: „Ja, natürlich, Herr Gröne, der Termin steht.“ So nach dem Motto: „Wie können Sie überhaupt fragen?“
- Der Hausarzt rief an
Schon vor vier Wochen meldete ich mich parallel zum staatlichen Handeln an mir bei meinem Hausarzt per Email, dass ich AstraZeneca II wolle. Weil die meisten diesen Impfstopf nicht wollen, dachte ich mir, habe ich gute Chancen.
Keine Reaktion.
Und doch: Anruf vom Hausarzt am Donnerstag, 20.5.21 – und Einladung für gestern, 29.5.21.
- Hausarzt-Impfen: traumhaft gut
12 Uhr 20 sollte ich da sein. Um 12 Uhr 18 war ich da. 5 Minuten Formalitäten. 10 Minuten Warten. 5 Minuten An- und Ausziehen und Spritzen. Fertig.
Ganz anders vor zwei Monaten im Flughafen Tempelhof: 3 Stunden Warten; Riesenlabyrinth im Impfzentrum. Grausam.
- Abmeldung Doctolib: aus Flughafen Tempelhof wurde Eisstadion Erika Heß
Ein schlechtes Gewissen hatte ich ja noch, als ich zum Hausarzt ging: eigentlich hätte ich ja erst am 17.6.2021 gehen sollen.
Ich versuchte mich beim bestätigten Termin für Flughafen Tempelhof abzumelden.
Keine Chance, denn aus Flughafen Tempelhof wurde über Nacht und ohne mein Wissen ‚Erika Heß Eisstadion‘.
Vielleicht hätte ich in den nächsten Wochen einen Brief bekommen, so nach dem Motto: aus einem Flughafen wurde ein Eisstadion.
Komisch nur: die Doctolib-Software ist so bescheiden, dass sie meine Erstimpfung am 25.3.2021 in Tempelhof als eine solche im Eisstadion umgeschrieben hatten (s. Bildschirmfoto).

Sicher nicht der erste Fall einer – wie auch immer – amtlichen Unwahrheit.
Soviel zum staatlichen Handeln und zur digitalen Wüste in Deutschland.
[1] Debatte um Astra Zeneca: Weiter impfen, aber nur ab 60? – Politik – SZ.de (sueddeutsche.de)

Ein Gedanke zu “AstraZeneca II”