Himmlisches Feuer in meinem Herzen
Berlin, 4.Februar 2023
Ende Januar vor 32 Jahren traf ich die glücklichste Entscheidung meines Lebens, meine Bekehrung zu Jesus Christus. Ich habe es nie bereut.
- Liebe zu allen Menschen: das Alleinstellungsmerkmal der Christen
Der Evangelist Johannes schreibt in seinem ersten Brief: „Gott ist Liebe“ (I Joh 4,8b; ὁ θεὸς ἀγάπη ἐστίν).
Ja, Gott ist Liebe. Weil ER alle Menschen geschaffen hat, so liebt ER alle. Und wir Christen sollen es IHM nachmachen.
Alle Menschen zu lieben heißt: Gute und Böse. So lehrt uns unser Meister Jesus Christus in der wunderbaren Bergpredigt: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Mt 5,44b.45; ἀγαπᾶτε τοὺς ἐχθροὺς ὑμῶν καὶ προσεύχεσθε ὑπὲρ τῶν διωκόντων ὑμᾶς, ὅπως γένησθε υἱοὶ τοῦ πατρὸς ὑμῶν τοῦ ἐν οὐρανοῖς, ὅτι τὸν ἥλιον αὐτοῦ ἀνατέλλει ἐπὶ πονηροὺς καὶ ἀγαθοὺς καὶ βρέχει ἐπὶ δικαίους καὶ ἀδίκους.)
Je älter ich werde, umso mehr empfinde ich die entschiedene Schönheit des Himmels: wer wirklich liebt, will niemanden ausschließen. Die Liebe gilt allen Menschen.
Wie gigantisch ist es, jeden Tag in der Liebe wachsen zu dürfen. Und wie lebensklug ist dieses himmlische Gesetz: wenn wir nur diejenigen lieben, die uns lieben, werden wir irgendwann nur uns selbst lieben.
Und der reine Egoismus führt in die Verzweiflung der Einsamkeit.
- Das Evangelium der Hingabe: das Grundgesetz des Lebens
Jesus spricht: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.“ (Mt 16,25; ὃς γὰρ ἐὰν θέλῃ τὴν ψυχὴν αὐτοῦ σῶσαι ἀπολέσει αὐτήν· ὃς δ’ ἂν ἀπολέσῃ τὴν ψυχὴν αὐτοῦ ἕνεκεν ἐμοῦ εὑρήσει αὐτήν.)
Jeder Mensch auf Erden hat das Leben von seiner Mutter geschenkt bekommen, das mit dem Samen eines Mannes gezeugt wurde.
Wer sich selbst liebt, muss diejenigen ebenfalls lieben, die ihn gezeugt haben. Und wer sich liebt und alt werden will, muss ebenfalls für die Weitergabe des menschlichen Lebens offen sein, denn nur so gibt es Menschen, die die alten Menschen pflegen. In Deutschland nennen wir es Generationenvertrag.
Im Kern sind es die Zehn Gebote, die wir hier sehen, nämlich der Schutz der Familie, die die Keimzelle des Staates ist.
Als Christen wissen wir, dass Verhütungsmittel und Abtreibung dem Gesetz des Lebens widerstreiten.
Christliche Sexualmoral ist weit davon entfernt, rückständig und ewiggestrig zu sein; ja, wir Christen kennen das Grundgesetz der Welt: Leben für Leben.
- Die denkbar größte Aufklärungsbewegung: Sünde
In keiner anderen Religion heißt es von Gott: „Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ (Lk 19,10; ἦλθεν γὰρ ὁ υἱὸς τοῦ ἀνθρώπου ζητῆσαι καὶ σῶσαι τὸ ἀπολωλός)
Nirgendwo sonst sind die Menschen so gefordert, ihr Gewissen zu schärfen und sich zu fragen, wes Geistes Kind sie wahrhaft sind.
Nirgendwo hat es solche tiefgreifendenden Erschütterungen der Menschen gegeben, wie in den Evangelisationen und Erweckungen.
Ja, jeden Sonntag bewegen sich Millionen von Menschen in die christlichen Kirchen, nur allein um sich zu bessern.
In keiner Religion und Philosophie ist die Moral dermaßen allumfassend und geradezu engmaschig daran interessiert, aus heidnischen Barbaren zivilisierte Menschen zu machen.
Beichtspiegel bei den Heiden kann es nicht geben, bestenfalls Ausreden, ja schlimmer Selbstbeweihräucherung.
- Ein Riesenvorbild: Heilige Familie
Kein es größere Vorbilder geben als eine blutjunge Mutter Maria, die ihr Neugeborenes im Tempel Gott schenkt und der prophetisch dort gesagt wird: „deine Seele wird ein Schwert durchdringen“(Lk 2,35; αὐτῆς τὴν ψυχὴν διελεύσεται ῥομφαία)?
Und ihr Ehemann Josef flüchtet mit Maria und ihrem Kind, das nicht von ihm war, mit einem Esel als Reittier nach Ägypten – auf Geheiß eines Engels, der ihm im Traum erschien: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.“ (Mt 2,13a; ἐγερθεὶς παράλαβε τὸ παιδίον καὶ τὴν μητέρα αὐτοῦ καὶ φεῦγε εἰς Αἴγυπτον καὶ ἴσθι ἐκεῖ ἕως ἂν εἴπω σοι· μέλλει γὰρ Ἡρῴδης ζητεῖν τὸ παιδίον τοῦ ἀπολέσαι αὐτό.)
Solche selbstlosen Helden gibt es sonst nirgendwo in der Menschheitsgeschichte. Das Evangelium ist von der ersten bis zur letzten Seite nicht nur spannend, sondern so lehrreich wie sonst kein Buch, weil es Weisheit vom Himmel enthält: himmlisches Feuer.
- Lebensschule: Mut zum Leiden
Ich werde älter und muss lernen, meine Kräfte gut einzuschätzen. Umso mehr lerne ich in der Nachfolge Jesu sein herrliches Wort erkennen: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“(Mt 11,28f; Δεῦτε πρός με πάντες οἱ κοπιῶντες καὶ πεφορτισμένοι, κἀγὼ ἀναπαύσω ὑμᾶς. ἄρατε τὸν ζυγόν μου ἐφ’ ὑμᾶς καὶ μάθετε ἀπ’ ἐμοῦ, ὅτι πραΰς εἰμι καὶ ταπεινὸς τῇ καρδίᾳ, καὶ εὑρήσετε ἀνάπαυσιν ταῖς ψυχαῖς ὑμῶν· )
Leiden müssen wir alle: durch Krankheiten und Schicksalsschläge, Kriege und Naturkatastrophen.
Die Kunst des Lebens besteht darin, wie wir mit dem Leiden umgehen. Wir Christen sagen zu dem Leiden gerade nicht Nein, sondern ein großes Ja, denn das Leiden kommt, wie das Gute, von Gott selbst, der das Leiden nicht will, aber zulässt.
Demut ist der Mut, die Wahrheit, sei noch so bitter, anzuerkennen.
Und Sanftmut ist der Mut, das Leiden mit Jesus zu tragen – als Geschenk Gottes an mich, denn wir Christen glauben an die Krone der Herrlichkeit, die jedem Christen zugesagt ist, wenn wir das Leiden beherzt tragen.
Jesus spricht in der Offenbarung des Johannes: „Fürchte dich nicht vor dem, was du noch erleiden musst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, um euch auf die Probe zu stellen, und ihr werdet in Bedrängnis sein, zehn Tage lang. Sei treu bis in den Tod; dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.“ (Offenbarung 2,10; μηδὲν φοβοῦ ἃ μέλλεις πάσχειν. ἰδοὺ μέλλει βάλλειν ὁ διάβολος ἐξ ὑμῶν εἰς φυλακὴν ἵνα πειρασθῆτε καὶ ἕξετε θλῖψιν ἡμερῶν δέκα. γίνου πιστὸς ἄχρι θανάτου, καὶ δώσω σοι τὸν στέφανον τῆς ζωῆς.)
Für uns Christen ist das Leiden, also das Tragen unseres Kreuzes, nicht etwas, das wir fürchten müssen, sondern etwas, das uns noch schöner werden lässt – in den Augen Gottes!
