Gründe für eine gute Beichte
Berlin, 16.Dezember 2023
Das Wort Advent kommt aus dem lateinischen advenire: ankommen.
Viele Worte aus dem Evangelium mahnen uns zur Wachsamkeit, gerade nicht zur Geschäftigkeit selbstgewählter Werke.
Wir sollen auf IHN schauen, auf IHN, den Einzigen, allein.
Jesus preist uns selig, wenn wir IHN erwarten und wachsam sind: „Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen.“ (Lukas 12,35-37)
- Auf Jesus Warten: im Gebet ausharren
Die Diener im Gleichnis warten auf ihren Herrn, von dem sie vollkommen abhängig sind. Ohne ihn sind sie nichts. Sie brauchen ihn, denn er ernährt sie.
Sie möchten gerne von ihm geliebt werden, weil sie seine Liebe dringend brauchen. Ohne ihn können sie buchstäblich nicht leben.
Ein Herz voller Liebe zu Gott, will allein Gottes Willen erfüllen: harren wir im Gebet auf IHN?
Oder geht es uns so wie so vielen: „Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen“ (Lukas 12,47)?
- Der Wille Gottes ist das Gesetz der Liebe: Beichtspiegel lesen
Was aber will Jesus von uns? Ganz einfach das, dass wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst.
Wie es Jesus selbst im Gleichnis formuliert: „Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt?“ (Lukas 12,42)
Fragen wir uns: geben wir unserem Nächsten die ihm zustehende „Tagesration“ an Liebe, Nähe und Zuwendung?
Unsere Nächsten sind zunächst die Glaubensgeschwister, unsere Familie und unsere Arbeitskollegen: bekommen sie, was ihnen von Gottes Recht her, der Liebe, zusteht?
- Feindesliebe: Göttliches Recht gegen die normative Kraft des Faktischen
Im Vaterunser bitten wir Jesus: „und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ (Mt 6,12).
Ja, wir sollen aktiv unsere Feinde lieben und ihnen vergeben. Das ist nicht leicht. Und das kann unseren eigenen Lebensstandard unter Umständen schwächen, ja zerstören.
Letztlich hängen wir hier von Gott ab: wie stark ist ER? Und will ER uns gegen unsere Feinde, die uns hart bedrängen, helfen?
Hier sehen wir, wie der Wunsch, Gott zu dienen, nicht leicht ist und das bürgerliche Leben letztlich außer Kraft setzt.
- Geistliche Zurüstung: Versuchungen in der Beichte benennen
Meine Lieblingsheilige Schwester Faustina aus Krakau beichtet grundsätzlich auch Versuchungen zur Sünde.
Versuchungen sind Gedanken an unerlaubte Willenszustimmungen, die Lust machen können, z.B. an Bilder, Gedanken und konkreten Handlungen.
Eine Versuchung ist keine Sünde, weil die willentliche Zustimmung zur Handlung fehlt.
Versuchungen sind allerdings wie die Eier einer Giftschlange. Es ist sinnvoll, sie entschieden zu zertreten.
Wo könnte dies besser geschehen als im Beichtstuhl? Es nicht falsche Skrupelhaftigkeit, wenn wir vor Jesus das bringen, was uns belastet.
Der Beichtvater ist ein geistlicher Berater, der uns reifen lässt und uns dabei hilft, das Gute vom Bösen zu unterscheiden.
- Zeit auskaufen: Himmel oder Hölle
Die drängendste Frage muss lauten: nehmen wir den Kampf im Advent auf und wollen unbedingt bei Gott im Himmel landen oder machen wir uns der Weltzeit gleich und tun, was alle Gottlosen tun?
Wer den Willen Gottes nicht tut, kommt nicht in den Himmel: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ (Mt 7,21)
- Fazit
Noch ist Zeit: suchen wir Gott und tun Buße für unsere Unachtsamkeit!
