Psychologische und geistliche Regeln
Berlin, 11.Januar 2025
Ein toxischer Vorgesetzter ist einer, der versucht, etwas gegen den Mitarbeiter ‚in die Hand zu bekommen‘, um ihn beeinflussen zu können, gelinde gesagt.
Meistens geht es bei solchen Vorgesetzten um eine Profilneurose: instinktiv spüren sie ihre eigene Unterlegenheit, weil der andere etwas besser kann, als sie selbst.
- Psychologische Ebene
Kommunikation hat viele Hintergründe. Einige Regeln der Abwehr zu beherrschen, ist nicht verkehrt.
- Den anderen Spiegeln
Die Argumente des anderen wiederholen – wie den Schatten an der Wand nachzuzeichnen. Das bedeutet nicht, dass der Boss mit seinem Argument im konkreten Fall Recht hat, sondern nur, dass das Argument ‚Recht hat‘.
Es geht also nicht um die subjektive Ebene, sondern um die Sachebene: eine Sache zu beschreiben, heißt noch nicht, sie auf sich selbst anzuwenden.
- Besseres Verständnis durch Wiederholung
Das Argument, wenn es eines ist, muss erkannt werden. Die Wiederholung erlaubt die Objektivierung.
Und es ist möglich, Luft zu holen.
- Bei Einzelfällen bleiben
Schlechte Vorgesetzte neigen zur Generalisierung. Sie bleiben nicht gerne bei konkreten Beispielen der Arbeitsleistung, die gut oder schlecht gelaufen sind.
Sie wollen vom Einzelbeispiel tiefer schließen, um den anderen emotional in eine Falle zu locken.
So erkennbar ein so genannter ‚Roter Faden‘ beim anderen sein mag, so klug ist es, eine jede Diskussion darüber zu vermeiden.
Es geht um das Einzelbeispiel, das gründlich ausdiskutiert werden kann, nur um eine pauschale Generalisierung zu vermeiden.
- Pampern
Es geht nicht darum, zu lügen, aber die Schwäche der Profilneurose zu nutzen, um Brücken zu bauen.
Profilneurotiker nutzen bewusst Abhängigkeiten aus. Sie wollen, dass wir wie ein zitterndes Kaninchen auf sie starren und Fehler machen.
Locker bleiben, indem wir uns Möglichkeiten erarbeiten und dabei mit der Schwäche des anderen umgehen – wie einem kranken Patienten.
Freundlichkeit kann der Profilneurotiker nicht ablehnen, sonst zerstört er sein eigenes Spiel.
- Lernen
Profilneurotiker versuchen mit Stress den Mitarbeiter unter Druck zu setzen.
Sicherheit zu gewinnen, indem wir grundsätzlich verstehen: einerseits müssen Fehler gemacht werden, aber andererseits aus dem konkreten Fall lernen.
Und das heißt: einen Vorteil aus dem Einzelfall ziehen, sei er noch so banal. Und damit der Angstschlange ein Schnippchen schlagen.
- Ruhe bewahren
Käme es zu einem Skandal, weil sich jemand beim toxischen Vorgesetzten zu Recht beschwert, so wäre es eine Steilvorlage, die lange Zeit für Verunsicherung sorgt.
Wichtig ist also: in der Ruhe liegt die Kraft. Sicherheit hat absoluten Vorrang.
- Geistliche Ebene
- Ewige Vorhersehung
Jesus ist der Gott, der sieht: „Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.“ (Lk 12,7)
Es ist nicht ein Fehler in Gottes ewigem Plan, wenn uns jemand das Leben schwer macht, sondern Teil des Planes.
Das wiederum muss nicht bedeuten, einfach nur die Racheattacken von Profilneurotikern zu ertragen, sondern kann zu aktivem Handeln führen.
- Kreuztragen
Wir sollen unser Kreuz tragen, gerade dann, wenn es ziemlich unpraktisch ist. Ein Profilneurotiker ist ein grausamer Schinder, der genau weiß, wann es sicher am unpassendsten ist, uns noch eine Bürde aufzubrummen.
Er fühlt sich umso mehr gebraucht, wenn wir zusammenbrechen. Tun wir ihm nicht den Gefallen, sondern nehmen die Herausforderung mit Jesus an und wachsen geistlich.
Jesus sagt: „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.“ (Mt 10,38f)
Wenn wir ungerechtfertigt heruntergeputzt werden oder es nur Tadel, aber kein Lob gibt, dann können wir mit Jesus zusammen diese Aufgabe meistern und durchhalten.
- Für den Bösewicht beten
Wir dürfen niemals hassen, so schwer es uns fällt, denjenigen nicht zu hassen, der uns Übel mitspielt.
So schwer es fällt: Stoßgebete in großer Drangsal helfen uns, Mensch zu bleiben und nicht selbst zum Raubtier zu werden.
Johannes schreibt: „Geliebte, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.“ (I Joh 4,7f)
