Widerspruchssatz, Logik und das Gute
Berlin, 6.August 2025
- Widerspruchssatz
Aristoteles schreibt: „Daß ein so beschaffenes Prinzip das sicherste unter allen ist, leuchtet ein; welches aber dies ist, wollen wir nun angeben: daß nämlich dasselbe demselben und in derselben Beziehung (und dazu mögen noch die anderen näheren Bestimmungen hinzugefügt sein, mit denen wir logischen Einwürfen ausweichen) unmöglich zugleich zukommen und nicht zukommen kann. Das ist das sicherste unter allen Prinzipien; denn es paßt darauf die angegebene Bestimmung. Es ist nämlich unmöglich, daß jemand annehme, dasselbe ist und sei nicht.“[1]
- Nihil in intellectu nisi prius in sensu
Wir können nur Eigenschaften (dasselbe in derselben Beziehung) erkennen, indem wir unsere Sinneseindrücke entsprechend verarbeiten.
Ohne Sinneseindrücke können wir keine logischen Folgerungen erkennen.
- Nihil fieri sine causa
Wir können nur Eigenschaften den Gegenständen sicher zuordnen, wenn wir ihren Grund erkennen.
Der Logik liegt der Satz vom zureichenden Grund zugrunde.
- Tertium non daretur
Aus dem Widerspruchssatz folgt, dass ein Drittes nicht angenommen werden kann, da es sonst zu Widersprüchen kommen muss.
- Logik ist holistisch
Da der Widerspruchssatz unbeschränkt gelten muss, gilt er für alle logischen Aussagen ausnahmslos.
- Logik und das Gute
Der Gedanke des Guten liegt der Logik zugrunde, denn nur wenn es sinnvoll ist, Aussagen über Gegenstände zu treffen, denken wir gut.
Eine gute Aussage ist eine über das Gute, eine falsche Aussage ist eine Aussage ohne gute Wirklichkeit.
Das Gute ist zugleich das Sein.
[1] Aristoteles Metaphysik IV, 3, 1005b, 68 (Philosophische Schriften 5, Hamburg 1995).
