Das Geheimnis von Father Brown

Chesterstons Meisterdetektiv ist zutiefst religiös

                                                                                                                             Berlin, 16.September 2025

Einer der besten Katholiken aller Zeiten ist Gilbert Keith Chesterton, der Erfinder der Kriminalgeschichten von Father Brown.

 

Mein Lieblingspapst Pius XI hat Chesterton mit dem Ehrentitel ‚Verteidiger des Glaubens‘, Fidei defensor, ausgezeichnet, nach Heinrich dem Achten erst das zweite Mal, dass ein Brite ausgezeichnet wurde.[1]

 

Dies tat der Heilige Vater für die ausgezeichneten Biografien über die beiden Heiligen Franziskus und Thomas von Aquin; besonders Letzterer ist kongenial beschrieben worden, einfach nur bärenstark.

 

Eine großartige Unterhaltung sind die vielen Father-Brown-Geschichten, die der Kampa-Verlag zum sagenhaft günstigen Preis von 38,00 Euro herausgegeben hat[2]: 1272 Seiten geballte Spannung mit einem gehörigen Schuss Religion!

 

Chesterton enthüllt uns seine religionsphilosophische Idee, wie wir Menschen anderen Menschen auf die Sprünge kommen: in der Analogie nämlich, indem wir von uns selbst auf andere schließen, ganz einfach.

 

In der Geschichte ‚Father Browns Geheimnis‘ lässt uns der Meisterschriftsteller an der Father-Brown-Methode teilhaben. Sie steht in dem genannten Buch auf den Seiten 719-728.

 

 

„‘Nun gut. Dann muss ich das Geheimnis verraten.‘ […] ‚Das Geheimnis ist,‘ sagte er, und dann hielt er inne, als sei er unfähig fortzufahren. Dann begann er von Neuem und sagte: ‚Wissen Sie, ich habe all diese Leute getötet.‘ ‚Was?‘ fragte der andere mit einer kleinen Stimme aus einem großen Schweigen heraus.

‚Ich habe sie alle selbst umgebracht, verstehen Sie?‘, erklärte Father Brown geduldig. ‚Deshalb wusste ich natürlich, wie es getan worden war.‘[…]

‚Ich habe jedes dieser Verbrechen sehr sorgfältig geplant‘, fuhr Father Brown fort. ‚Ich habe mir genau ausgedacht, wie so etwas getan werden könne und auf welche Weise oder in welchem Geisteszustand ein Mann das wirklich tun könne. Und wenn ich mir vollkommen sicher war, dass ich genau wie der Mörder empfand, dann wusste ich natürlich auch, wer der Mörder war.‘ […]

‚Ich will sagen, dass ich mich selbst, und zwar mein wirkliches Selbst, die Morde begehen sah. Ich habe die Leute nicht materiell umgebracht, aber darum geht es nicht. Jeder Ziegelstein oder jedes Stückchen Maschine hätte sie materiell umbringen können. Ich will sagen, dass ich immer und immer wieder darüber nachgedacht habe, wie ein Mensch dazu kommen kann, so zu sein, bis mir klar wurde, dass ich wirklich so war, in jeder Hinsicht mit Ausnahme der letzten Zustimmung zur Tat.“

 

Ist das nicht total süß? Immer lese ich so ein Father-Brown-Geschichte und denke mir, was für ein liebenswerter Kerl dieser Chesterton gewesen sein muss!

 

 

 

 

 

 

[1] Vgl. G. K. Chesterton – Wikipedia (abgerufen am 16.9.25).

[2] Vgl. „Pater Brown – Tod und Amen“ online kaufen (abgerufen am 16.9.25).

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