MeineTop Four der Corona-Segnungen
Berlin, 1.Januar 2020
Jede Heimsuchung Gottes hat ihren Segen, wenn wir der Versuchung, uns selbst helfen zu wollen, widerstehen und allein auf Gott vertrauen. Ja, Corona ist eine schwere Krankheit und somit eine Geißel Gottes. Und ja: mit Gottes Hilfe können wir den Fluch in Segen umwandeln. Zum geistlichen Segen habe ich mich gestern geäußert.[1]
Sicher ist es nicht wirklich schlimm, wenn zum Beispiel ein großer Teil des Flugverkehrs nun für das Erste unterbunden ist. Fliegen war bis zu Covid-19 viel zu billig.
- Homeoffice Sweet Homeoffice
Jawohl, jeden Tag kein Hin- und Herpendeln im öffentlichen Nahverkehr: 2 (zwei!) Stunden weniger Bus und U-Bahn und S-Bahn. Zwei Stunden sind 120 Minuten pro Tag. Und zehn Stunden pro Berufswoche, also 1200 Minuten.
Soviel Zeit mehr zu haben, einfach mal so: geht es noch besser?
- Hummeln brummeln: Guerilla Gardening
Und wer so viel Zeit zu Hause verbringt, der verbessert hier und dort.
Zum Beispiel war mir all die vielen Jahre nie so richtig aufgefallen, dass die Geranien natürlich keine Bienen und Hummeln anlocken.
Sie sind so künstlich gezüchtet, dass sie zwar wunderschön aussehen und blühen und wachsen ohne Ende, aber leider für alle Lebewesen (außer uns Menschen) quasi wie Plastik sind: nämlich mausetot!
Gedacht – gemacht: Geranien schrittweise durch Strauchbasilikum, Katzenminze & Co. ersetzt: fertsch![2]
- Reparaturen leicht gemacht
Trotz so manchem Homeoffice-Blues oder besser gesagt Gaganess[3] lernt man das, was man bisher gemeinhin so genau kannte, noch genauer anzuschauen.
Da gab es zum Beispiel so einen deutlich hinfälligen ‚offenen Bereich für meine Kleider‘ (Schrank wäre etwas zu freundlich ausgedrückt), der schon mindestens ein Jahrzehnt auf seine Auswechslung quasi an der Seitenlinie hoffte.
Nun wurde es Zeit: Weiß und größer und schöner – so steht er da, als wäre der Neue nie anders gewesen: gigantisch.
Und erst meine weißlackierten Dielen. Leider etwas durch meine WiGy (für Uneingeweihte: Wirbelsäulen-Gymnastik) ramponiert, weil ich einmal die Woche die Winzlings Fläche zwischen Couchtisch und Schreibtisch hin- und her wedele… Natürlich rhythmisch.
Und da tanzt der Kitt zwischen den Dielen natürlich mit, so gewaltig, dass er sich erbricht, also einfach herausfällt. Naja, ist ja alles nicht so einfach.
Und dann geschahen Zeichen und Wunder: Pinsel und Farbe – und alles wurde irgendwie schöner! War wiederum kein Wunder, weil es fast nicht mehr schlimmer ging. Nur ein Durchbruch in den Keller unter mir wäre noch schlimmer.
- Nachbarschaft
Und wie viele nette Nachbarn ich auf einmal habe: wusste ich noch gar nicht!
Also meine Lieblingsnachbarin wohnt quasi um mich herum. Klingt komisch, ist aber typisch für Berlin.
Wir Berliner machen gerne aus Einem zwei oder drei oder vier: also wir zerschnippeln gerne eine große Wohnung in zwei oder drei oder vier.
Ich also ein Zimmer, meine Nachbarin zwei – und Balkon. Oh Trauer: das Geheimnis ist gelüftet – ich nix Balkonien!
Und die kann backen, also meine Nachbarin-um-mich-herum.
Dann gibt es noch mindestens eine, die mir im Kampf gegen Insekten beistand: Erdmotten, die sich in meiner 8-qm-Küche unerlaubterweise eingenistet haben.[4]
Und ein Nachbar versorgte mich bisher mit einem Holzmeißel und erklärte mir, wie ich meine Kreissäge repariere – und brachte mir neulich meine Post: der helle Wahnsinn!
Eine andere Nachbarin assistierte mir beim Weiter-Verkauf eines Ikea-Bürostuhls, da der Sitz zwar gut, aber zu hart war. Ich persönlich habe Sitzfleisch, welches einer Prinzessin auf der Erbse zur Ehre gereicht.[5]
[1] Felix Corona – Stgroene (stephanusberolinensis.blog)
[2] Mein schöner Guerilla Gardening I – Stgroene (stephanusberolinensis.blog)
[3] My Personal Gaganess of Homeoffice – Stgroene (stephanusberolinensis.blog)
[4] Wie ich meine Mottenplage los wurde – Stgroene (stephanusberolinensis.blog)
